spacer spacer spacer
rolfdiba fotografie
intro
spacer
biografie
spacer
fotografie
spacer
texte
spacer
lyrik
spacer
zeitreise
spacer
gästebuch
spacer
kontakt
spacer
links
spacer
danke
spacer

spacer spacer spacer spacer spacer
Alle Texte in der Übersicht
 

Recht und Moral


 
spacer

Die Reaktionen auf die Friedenskundgebung und auf die Berichterstattung des Fränkischen Anzeigers zum drohenden Irak-Krieg zeigen, dass dieses Thema die Menschen berührt, weil sie erkannt haben, dass ein Angriffskrieg alle betrifft.

Warum aber nicht gegen Hussein demonstrieren oder gegen den Hunger in der Welt, für die Tschetschenen, gegen den mit Atomwaffen drohenden Diktator Nordkoreas oder gegen die Ausbeutung der armen Länder?

Wir leben in einer ungerechten Welt, tragen selbst dazu bei und wir gehören zum kleinsten Teil der Menschheit, die wie in einem Wolkenkuckucksheim den Wohlstand gepachtet hat und das Elend und die Not, die Armut und den Krieg ringsherum aus dem Blickwinkel eines Fernsehsessels wahrnimmt. Täglich müsste demonstriert werden angesichts der realen Weltlage.

Allein es hat wenig Sinn gegen Saddam Hussein in Deutschland auf die Straßen zu gehen, denn einen Diktator und Massenmörder interessiert das nicht. Es macht aber viel Sinn in demokratischen Staaten die Grundrechte wahrzunehmen und gegen eine für Leib und Leben zu risikoreiche Politik zu protestieren.

Vor sechs Jahren hat die Weltöffentlichkeit zugesehen wie im afrikanischen Ruanda hunderttausende Zivilisten von Rebellen hingeschlachtet wurden, nachdem sich die UN nicht zuletzt unter Druck der USA zurückgezogen hat und die Bevölkerung ihrem Schicksal überließ. Aber Ruanda ist eben nicht der Irak, dort gibt es kein Öl und keine vorrangig strategischen Interessen der Weltmächte. Solche Beispiele gibt es leider mehrere. Was ist in Vietnam und Korea geschehen?

Wenn die Menschenrechte für die führende Weltmacht wirklich das Wichtigste sind, dann sollten sie für alle gelten, gerade für die, die nichts haben außer das nackte Leben!

Und gerade weil wir es ernst meinen mit der Freiheit und den Menschenrechten wie sie große Geister aus der amerikanischen Gründerzeit verkündeten, gerade weil uns die deutsch-amerikanische Freundschaft etwas wert ist, sagen wir entschlossen Nein zu einem US-Regierungskurs, der unkalkulierbare Risiken für die Weltgemeinschaft mit sich bringt.

Da ist kein Platz für Anti-Amerikanismus, aber viel Raum für Solidarität mit jenen Amerikanern, die den Krieg ablehnen und keinen US-Alleingang wollen (inzwischen laut Umfragen die Mehrheit). „Unser Widerstand gegen den Krieg wächst und wächst!” schreibt uns Gerry Beller hoffnungsvoll aus Übersee.

ROLF DIBA

Fränkischer Anzeiger, 20.2.2003
nach oben

spacer
spacer
startseite | intro | biografie | fotografie | texte | lyrik | gästebuch | kontakt | links | dank | impressum

© 2000-2018 rolf diba, letzte Aktualisierung: 09.10.2003 14:57 Uhr

 

 

spacer